Die JCL Vereinsgeschichte

Laut Landessportbund besteht der JCL seid 01.01.1970. Wie aber entstand in Leisenwald auf einmal ein Judo-Club? Der Vereinsgründer Karl-Heinz Maasberg interessierte sich von Kindesbeinen an für die Selbstverteidigung. Zu jener Zeit war der Kampfsport in Deutschland jedoch noch ganz am Anfang. Maasberg, der seiner Zeit noch in Amberg wohnte, blieb daher nur der Griff zur Literatur! Zwei Bücher und drei Freunde waren der Anfang. Bis auf wenige Kniffe eigneten sich die vier, binnen eines viertel Jahres, ein respektables Technikspektrum an. Während des Wehrdienstes schloß er sich einer Judogruppe an und bekam dort den 1. DJC Frankfurt (erster deutscher Judo-Club) empfohlen. So verschlug es ihn nach Frankfurt a. M. Nun ging es richtig los. Training von Montag bis Freitag in Frankfurt und am Wochenende ging es nach Bad Homburg. Ende 1964 zog er dann schließlich nach Leisenwald. Natürlich konnte der begeisterte Judoka nun nicht jeden Tag nach Frankfurt ins Training fahren.

So gründete Karl-Heinz Maasberg einfach eine Judogruppe, die dem Gesang- und Turnverein angeschlossen war. Allerdings kam es schnell zu Differenzen, was die "Starthilfe" anging. So wollten nicht andere Abteilungen aus ihren Mitteln eine Judomatte finanzieren. Kurzerhand trat er wieder aus dem Verein aus und versuchte es auf eigene Faust! Zunächst unterrichtete er Selbstverteidigung (Ju-jutsu), im Rahmen einiger Kurse. Diese bildeten die finanzielle Grundlage für eine gebrauchte Matte, die er bei den alten Bekannten des 1. DJC kaufte. Mit 10 Leuten ging es dann Mitte 1969 los, damals noch im heutigen Dorfgemeinschaftshaus in Leisenwald. Ab dem 01.01.1970 wurde der Verein dann beim Landessportbund als eigenständiger Judo-Club geführt. Ein halbes Jahr später wurde die erste Kindergruppe ins Leben gerufen. Am 09.03.1972 wurde im Judo-Club Leisenwald die erste Gürtelprüfung abgenommen. 13 Kinder nahmen daran teil. In den kommenden Jahren entwickelte sich die Kyu-Prüfung, ein- bis zweimal im Jahr, zu einer festen Institution.

Ab diesem Zeitpunkt wurden natürlich regelmäßig Turniere besucht, wo man anwenden konnte was im Training so fleißig übte.So machte sich der; frisch gebackene Verein machte sich schnell einen Namen in der Gegend. Es waren sowohl Einzel- als auch Mannschaftserfolge zu verzeichnen.

1973 verlegte der Judo-Club seine Trainingsstätte dann in die wächtersbacher Grundschulturnhalle. Für den Vereinschef Karl-Heinz Maasberg war dieses Jahr besonders ereignisreich. Er legte gleich drei wichtige Prüfungen ab. Zum einen erwarb er die Übungsleiterlizenz, die eine Förderung durch den Landessportbund sicherte. Die Kampfrichterlizenz bestand er ebenfalls, so daß der Verein fortan auch einen Kampfrichter stellen konnte. Zu guter letzt bestand er noch die Prüfung zum ersten Dan (Meistergrad), dem schwarzen Gürtel. Als Prüfungspartner mußte Hartmut Handke herhalten, der damals erst den gelben Gürtel trug. In den Jahren '75 und '79; folgten dann der 2. Dan und 3. Dan. Die Kämpfer des JCL erkämpften sich mittlerweile auch Medaillen auf Landesebene.

Schließlich fand man auch Kontakt zur wächtersbacher Partnerstadt in Frankreich. Am 30.06.1984 reiste der JCL das erste mal nach Châtillon. Eine Freundschaft entstand, die über 15 Jahre regelmäßige gegenseitige Besuche beinhaltete. Vergleichskämpfe, gemeinsame Vorführungen und Training, sowie gegenseitige Gastgeschenke trugen zu gegenseitigem Verständnis und kulturellem Austausch bei.

1989 expandierte der Verein sogar. Winfried Lange, Sportlehrer in Steinau an der Straße, trainierte derzeit beim JCL und erwarb seinen grünen Gürtel in Wächtersbach. Er begann im Rahmen des Schulunterrichts Judo zu unterrichten. Aufgrund der großen Nachfrage, wurde eine AG gebildet. Nun konnte dort jeder Judo lernen, der sich dafür interessierte. Allerdings hatte Herr Lange nie aktiv gekämpft, was ein Wettkampftraining für fortgeschrittene praktisch ausschloß. Aus diesem Grund erklärten sich zwei junge aktive Kämpfer aus Wächtersbach bereit dies zu übernehmen.Eric May (der nach ca. einem Jahr wieder ausschied) und Andreas Brinkmann begleiteten die Steinauer Schüler bei ihren ersten Schritten ins Wettkampfjudo, während Winfried Lange die Anfänger auf die erste Prüfung vorbereitete. In dieser Zeit stellte Steinau eine komplette Mannschaft in der weiblichen B-Jugend auf die Beine.Als zwei Jahre später dieser Lehrauftrag gestrichen wurde schied Herr Lange als Trainer aus. Durch eine Initiative der Eltern sollte das Training in Steinau jedoch aufrecht erhalten werden. Andreas Brinkmann übernahm nun das Training alleine und die Steinauer Gruppe wurde offiziell dem JCL angegliedert. Seit diesem Tag versuchen die Übungsleiter des Vereins mit vereinten Kräften auch in Steinau ein regelmäßiges Training aufrecht zu erhalten. Als auswärtiger Verein hatte der JCL natürlich einen schweren Stand und war immer wieder auf die Mitwirkung der Eltern der fast ausschließlich jugendlichen Mitglieder angewiesen.

Seit Herbst 1996 hat der JCL auch wieder eine komplette Herrenmannschaft am Start. Die Erfahrung der letzten 30 Jahre hat aber vor allem eines deutlich gezeigt. Ein Verein, über den nicht geredet wird, wird totgeschwiegen! Eine gesunde Jugendarbeit ist alles. Aber das Interesse für den Judosport muß erst einmal geweckt werden. Das bedeutet Werbung machen, ohne die finanziellen Mittel des Vereins zu überfordern!




.:  :. 
 www.jc-leisewald.de